Eltville

Hessen, Rheingau-Untertaunus-Kreis,, 8500 E., 92 m

  


Die Eltviller Burg von 1332.
Die älteste Stadt im Rheingau - im Volksmund oft "Stadt des Weines und der Rosen" genannt - ist auf der rechten Rheinseite gelegen und besteht aus den Ortsteilen Hattenheim und Erbach. Gegenüber von Eltville, im Rhein, liegt die 2 km lange Insel "Eltviller Aue" und dahinter, am anderen Ufer, Budenheim.
Ursprünglich war die Stadt römischen Ursprungs und hieß "Alta villa", später wurde sie fränkische Siedlung. Um 1000 ist sie urkundlich erwähnt und 1330 begann Balduin von Trier mit der Errichtung einer Burg. Eltville erhielt 1332 von Kaiser Ludwig von Bayern die Stadtrechte und Balduin richtete sich in der Burg ein. Nach seinem Tod 1348 war die Burg für die folgenden 150 Jahre Sommerresidenz der Mainzer Kurfürsten.
1465 ernannte Erzbischof und Kurfürst Adolf II. von Nassau hier den Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg aus Mainz, zum Hofedelmann und gewährte ihm eine Lebensrente. Durch den Druck des "Vocabularis ex quo", 1467, wurde Eltville zu einer der ältesten Druckstädte der Welt.
1631 besetzten die Schweden die Stadt und zerstörten beim Abmarsch 1636 die Burg bis auf den Turm. Die Ruine wurde nach 1683 zwar teilweise wieder errichtet, geriet aber schon 1793 in die Schußlinie der Franzosen.
Bis 1803 gehörte die Stadt zum Besitz der Kurfürsten zu Mainz. Sehenswert ist der vierstöckige Wohnturm der Eltviller Burg (14. Jahrhundert), in dem heute ein Gutenbergmuseum eingerichtet ist. Verließ und Wehrplatte sowie gotische Kamine und Wandmalereien sind erhalten.
Von den Wehranlagen der Stadt sind noch das Martinstor und der Sebastiansturm übrig. Die Stadtkirche, 1353 - 1434 über einer früheren romanischen Kirche errichtet, wird als "Schatzkammer spätgotischer Kunst am Mittelrhein" bezeichnet und enthält Grabdenkmäler reicher Adeliger, Madonnenfiguren, kunstvolle Decken- und Wandmalereien und Kapellen aus dem 14 Jahrhundert und späterer Zeit.
Der Willigesstein (um 1000), der spätgotische Taufstein von 1517, aus der Werkstatt des Hans Backoffen zu Mainz, sowie die Ölberggruppe von 1520, die ebenfalls von Hans Backoffen stammt, sind sehenswert. Um die Kirche herum gibt es pittoreske Altstadtgassen und Fachwerk- und Barockgebäude zu besuchen.
Die filigrane Totenkapelle St. Michael von 1440 ist zweigeschossig gebaut und besitzt an der Außenseite einen nur 3 m breiten erkerähnlichen Chor. Innen steht die doppelseitige Madonna auf einer Mondsichel (1520), die vielleicht von Hans Backoffen gefertigt wurde.


Hof mit typischen Fachwerkbauten.
Es existieren auch noch einige Adelshöfe: bespielsweise der Langwerther Hof mit Lichtensternchem Hof, der Eltzer Hof und der Stockheimer Hof, der schon 1363 urkundlich erwähnt wurde.
Hierbei handelt es sich um das Geburtshaus der Freiin Langwerth vom Stein 1721 (Mutter des Freiherrn vom Stein). Weiterhin stehen noch Freihof von Dehrn - heute Hotel Burg Craß - und Bechtermünzer Hof.
Wichtige Weinbergslagen sind Sonnenberg, Taubenberg, Langstück, Rheinberg (1200 urkundliche Nennung) und Hanach ( 1156 urkundlich erwähnt). Wein- und Sektkellereien sind vorhanden und besonders den Rosenkulturen sollte Beachtung geschenkt werden.
Wer nach Eltville kommt und Fachwerk sehen möchte, braucht sich nicht erst auf die Suche zu begeben. In den verwinkelten, mittelalterlichen anmutenden Gassen der Altstadt begegnet man auf Schritt und Tritt diesen anheimelden, hölzernen Baudenkmälern.
Die Eltviller Altstadt bietet daher einen hervorragenden Einblick in rund 400 Jahre Baugeschichte, die von der Gotik bis zur Gründerzeit reicht. Die meisten Eltviller Fachwerkhäuser entstammen der Zeit zwischen 1550 und 1850.
Charakeristisch für die Stadt und die Region ist die Vielzahl der konstruktiven Fachwerkbauten, die nach 1700 entstanden. Sie wurden von vornherein als Putzfachwerke konzipiert und entbehren deshalb auch das schmückenden Beiwerk. Mit Begin des 18. Jahrhunderts wurden zudem viele prächtige Sichtfachwerke verkleidet.
In Eltville gibt es ein beheiztes Freibad. Angeln und Tennis sind möglich.
Sehenswert sind im Ortsteil Erbach die katholische Pfarrkirche St. Markus (15. Jahrhundert) mit sehr alten Grabdenkmälern, Schloß Reinhartshausen (1754), die Mariannen-Aue (Stein- und Edelobstpflanzungen) und der Marcobrunnen, das Wahrzeichen der Weinlage "Marcobrunn" sowie einige Fachwerk- und Patrizierhäuser.

Ergänzende Informationen zu Eltville

Info Adresse:
Tourist-Information und Kulturamt
Etville am Rhein

Rheingauer Str. 28
65343 Eltville am Rhein
Tel.: (0 61 23) 90 98 -0
Fax: (0 61 23) 90 98 -90

Öffnungszeiten
April - Oktober:
Mo-Fr 09.30 - 12.30 Uhr
Mo-Mi 14.00 - 17.00 Uhr
Do+Fr 14.00 - 18.00 Uhr
Sa 10.00 - 12.30 Uhr

November - März:
Mo, Mi, Do und Sa 09.30 - 12.30 Uhr
Mo. Do und Fr 14.00 - 17.00 Uhr

  Jährliche Feste:

  • Sektfest (1. Julisonntag) im biedermeierlichen Rahmen
  • "Kappeskerb" (Kirchweih: 3. Oktobersonntag)
  • in Erbach: "Erbacher Erdbeerfest" (Mitte Juni).

Informationen:
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Touristikbetriebe in Eltville:
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