Lorch

Hessen, Rheingau-Untertaunus-Kreis, 4300 E., 88 m

  


Sandsteinbrücke über die Wisper
Der schon seit karolingischer Zeit für Weinbau bekannte Ort liegt rechts-rheinisch an der Einmündung des Wispertales in den Rhein. Von den Römern "Laureacum" genannt (altdeutsch: "Laurecha"), ist Lorch eines der ältesten Rheinstädtchen. Zu ihm gehört der Ortsteil Lorchhausen.
Lorch wurde erstmals im Jahre 1085 urkundlich erwähnt, doch durch Bodenfunde wurde bestätigt, dass frühere Siedlungen in keltischer und römischer Zeit bestanden. Im Mittelalter war der Platz eine doppelt güngstige Lage für eine Siedlung gewesen. Den Raum für eine Ortschaft im engen Rheintal bietete das Wispertal, welches Anlaufspunkt der Rheinschifffahrt wurde, da sie dort den Stromschnellen des Binger Loches ausweichen konnte. Entweder lud man auf kleiner Schiffe um oder man erreichte von Lorch aus über Land auf dem "Kaufmannsweg" Rüdesheim oder Geisenheim.
Das reiche Ortsbild wurde durch den Holz- und Weinhandel, sowie durch die Tuchproduktion hervorgehoben.
Die Sicherung des Übergangs über die Wisper war wichtig und so ersetzte die im Jahre 1567 erbaute Brücke einen älteren Vorgänger. Besonders schön an der Brücke ist ihr Doppelbogen, welcher im Wechsel mit rotem und lichten Sandstein gebaut wurde. Auf beiden Seiten der Wisper, laufen Mauern zur Mündung abwärts.
Sehenswert ist die katholische Pfarrkirche St. Martin aus dem 13. Jahrhundert, deren gotischer Neubau über den Resten einer noch teilweise erhaltenen spätromanischen Basilika errichtet wurde. St. Martin enthält einen kostbaren, geschnitzten Hochaltar von Meister Syrlein (1483), der reich verziert ist und von 13 großen Freifiguren geschmückt wird. Erhalten geblieben sind nur noch ein Chor (vor 1300), der Turm (1480), der Taufstein (1464) und die Grabsteine und das "schönste Geläut vom Rheingau".
Das Langhaus der Kirche wurde nach 1304 begonnen und das nördliche Seitenschiff entstand um 1400.
Als "schönster Renaissancebau am Mittelrhein" bekannt ist das "Hilchenhaus", das Johann Hilchen 1546 - 1548 errichtete, und seiner Familie lange Zeit als Wohnsitz diente.


Ruine Burg Nollig liegt hoch über der Stadt.
Besonders erwähnenswert sind der zweistöckige Erker außen, und der rustikale Weinausschank im Haus.
Interessant ist ebenfalls der "Strunk", ein alter Befestigungsturm von 1527, und das Leprosenhaus.
der nordwestliche Eckpfeiler der Stadtbefestigung entstand um das Jahr 1300 als Fachwerkturm der Burgruine Nollig zum Schutze der Stadt.
Ergänzenden Schutz boten außerdem die Wispertalburgen Rheinberg, Kammerburg, Sauerburg, Lauksburg, Haneck, Burg Geroldstein und Burg Waldeck. Ebenfalls trug das "Rheingauer Gebück" rund 500 Jahre zur Sicherung bei. Vom Rhein bei Lorchhausen führte das "Gebück" über Schlangenbad nach Niderwalluf wieder zum Flußufer. Ende des 11. oder Beginn des 12. Jahrhunderts werden für die Anfänge dieser seltsamen aber auch genialen Anpflanzug vermutet.
Oberhalb des Städtchens, 176 m über dem Rhein, befindet sich die Burgruine Nollig aus dem 11. Jahrhundert. Sie war ein vorgeschobener Befestigungspunkt. Dahinter im Wald liegt die Sauerburg, der Stammsitz der Grafen von Sickingen.
Franz von Sickingen (1481 - 1521), der bekannteste Anhänger Luthers, stammmt von dieser Burg, die allerdings heute nicht mehr besichtigt werden kann. Unten an Rhein und Wisper ist Angeln möglich und auf dem Rhein werden Motorbootfahrten angeboten. In vielen Weinkellereien werden Weinproben offeriert.

 

          Ergänzende Texte zu Lorch

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65391 Lorch/ Rhein
Tel.: (0 67 26) 18 15
Fax: (0 67 26) 18 44

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